Zugspitze 2.962m – Wettersteingebirge

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Eine dreitägige Genusswanderung bei Kaiserwetter auf die Zugspitze

So lässt sich diese Bergtour mit einem einzigen Satz am treffendsten beschreiben. 3 Tage allerbestes Wetter, blauen Himmel, Sonnenschein, eine super Fernsicht und, zumindest weiter oben, angenehme Temperaturen.

Tag 1

Mit drei Freunden ging es am ersten Tag von Garmisch-Partenkirchen durch das wunderschöne Reintal bis zur Reintalangerhütte. Start war der Parkplatz am Olympia Skistadion, welches auch sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist. Dabei führte uns der Weg zuerst durch die wilde und recht laute Partnachklamm. Ach ja, ziemlich voll war es hier auch. Kaum hatten wir die Klamm hinter uns gelassen wurde es auch schon ruhiger, in jeder Hinsicht. Immer entlang an der Partnach führte der Weg zur malerisch gelegenen Bockhütte, an der man unbedingt Rast machen sollte. Nach einer Stärkung führte uns das letzte Stück Weg schließlich zur Reintalangerhütte. Diese, ebenfalls direkt an der Partnach gelegen, bietet sie als Besonderheit eine ganze Reihe Gartentische und Stühle direkt am Flussufer. Da schmeckt das Bier doch gleich besonders lecker. Da der Weg immer wieder durch den Wald führte, waren wir für den Schatten wirklich dankbar.

Essen und Bewirtung waren prima, das Schlafen im Lager etwas beengt. Wie immer war die Hütte ausgebucht, und so blieben gerade mal 50cm Platz für jeden, kuschelig 😀

 Tag 2

Am nächsten Morgen zeitig aufgestanden, nach der Katzenwäsche im leicht überfüllten Waschraum, schnell mal raus ins Freie und die Temperatur geprüft. Brrrr, im Schatten noch etwas zu frostig für kurze Hose und T-Shirt, also war lang angesagt. Dann gabs ein schnelles Frühstück, und dann hieß es bereits mit dem gepackten Rucksack in Richtung Schuhraum, die Bergschuhe an und los. Ein weiterer traumhafter Tag ohne Wolken am Himmel erwartete uns. Das Reintal war bald zu Ende, das grün auch. Dann hatte uns der Fels.

Mittlerweile hatte es die Sonne über den Bergkamm geschafft, egal, kein Hosentausch vor der Knorrhütte. Die lag wunderschön unterhalb der Felswand in der Sonne und war schon gut besucht als wir ankamen. Zeit für die erste kurze Brotzeit, die erste Apfelschorle und die Gewichtsreduzierung des Rucksacks, schließlich kamen wir ja Abends wieder zurück.

Weiter ging es Richtung Zugspitzplatt, jetzt auch komplett in kurz. Dort angekommen ging es einen sehr steilen Geröllhang hoch, eine böse Plackerei, die wenig Spaß machte. Nach einem guten Drittel wichen wir etwas nach rechts aus. Da gab es mehr Felsblöcke,  und die ermöglichten ein entspannteres Vorwärtskommen. Nach diesem Hang begann der versicherte Teil. Der Weg war gut ausgebaut, das Stahlseil hatte bei diesem Wetter reine Alibifunktion, bei Nässe sieht das sicher anders aus.

Stahltreppen überwanden die letzten Meter bis zur Gipfelstation, und dann standen wir plötzlich in einer Menschenmenge. Eine Mischung aus Sommerschlussverkauf und Volksfest erwartete uns. Wir mussten uns regelrecht durchschieben um auf die andere Seite zu kommen. Dort lag nämlich der Zustieg zum Gipfel, ein letzter kurzer und gesicherter alpiner Steig. Und vor dem machten auch die Badelatschen-Touristen nicht Halt. Rushhour und jede Menge Gegenverkehr verlängerten die Wartezeiten um zum Gipfelkreuz zu kommen. Aber auch das war irgendwann geschafft. Etwas unterhalb und abseits des Rummels fanden wir eine Stelle für eine längere Pause. Fernsicht soweit das Auge reichte, um uns herum Alpen.

Zurück zur Station, eine kurze Pause in Deutschlands höchstem Biergarten, bis zum Zugspitzplatt die Seilbahn benutzt und ein angenehmer Rückweg zur Knorrhütte. Das war der Nachmittag den wir an der Knorrhütte in der Abendsonne bei einem gemütlichen Bier ausklingen ließen. Immer im Blick die mittlerweile schon rötlich gefärbten Berggipfel. Es gibt nichts schöneres…

Tag 3

Am letzen Morgen verzögerte sich das Frühstück etwas. Die Notunterkünfte in der Gaststube mussten erst weggeräumt werden. Nach einem leckeren und reichhaltigen frühstück ging es dann auf die letzte schöne Etappe, zuerst Richtung Gatterl. Die letzten Meter zum alten deutsch/österreichischen Grenzübergang gehen recht steil hinauf. Danach geht es genauso steil, diesmal mit Stahlseil gesichert, über die Felsen hinab zum Weg. Dieser führt zum Feldernjöchl. Mittlerweile hat sich das Panorama gewandelt. Jetzt bestimmt wieder die Farbe Grün das Landschaftsbild. Da kommt die Pause inmitten saftiger Bergwiesen wunderbar gelegen. In völliger Ruhe genießen wir unter stahlblauem Himmel unsere Brotzeit.

Frisch gestärkt machen wir uns daran die restlichen Höhenmeter zu vernichten, ab jetzt wieder etwas steiler bis zur Hochfeldernalm. Von dort haben wir die Wahl, einen breiten Kiesweg oder einen schmaleren Steig durch die Wälder zur Pestkapelle. Da wurde nicht lange überlegt… Ab der Pestkapelle gings dann wieder auf einem breiteren Forstweg weiter bis zur Ehrwalder Alm. Zeit für die nächste Pause, aber nicht vorne an der vollen und lauten Ehrwalder Alm, sondern etwas weiter hinten beim Bergasthof Alpenglühn. Wesentlich ruhiger, beschaulicher und mit schönen Ausblick.

Den Bauch gut gefüllt mit einem leckeren Paladschinken und einem kühlen Radler hieß es die letzten Höhenmeter bis zur Ehrwalder Almbahn zu vernichten. Dort angekommen stellten wir fest, der nächste Bus braucht noch mindestens eine halbe Stunde. Na dann, die paar Meter bis Ehrwald schaffen wir auch noch. Und noch einige Kilometer durch den ganzen Ort bis zum Bahnhof. Und dort hieß es dann eine Dreiviertel Stunde warten bis der nächste Zug nach Garmisch-Partenkirchen kam. Also vorher unbedingt die Fahrpläne studieren.

Die Fahrt nach Garmisch verlief entspannt, dort am Bahnhof stand auch schon der Bus bereit, der uns zum Olympiastadion zurück brachte. Umziehen, Gepäck im Auto verstauen und ab auf den Heimweg.

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